• 08.05.2026
  • Fachartikel

Neue Gesichter am Markt – warum die IWA ein Wachstumstreiber für Newcomer ist

Wenn man ein Start-up oder ein junges Unternehmen ist, gehört Wachstum zu den wichtigsten Zielen. Natürlich muss dieses nachhaltig erreicht werden, doch wenn man Monate – wenn nicht sogar Jahre – damit verbracht hat, ein großartiges Produkt zu entwickeln, das ein konkretes Problem für Schützen löst, dann möchte man, dass die Welt davon erfährt. Aber wie bringt man diese Botschaft eigentlich nach draußen?

Geschrieben von David Guest

Messestand in der Newcomer Area der IWA OutdoorClassics, an dem Aussteller einem Besucher Schneid‑ und Outdoorprodukte präsentieren

Es gibt unzählige Marketingkanäle in der modernen Welt. Doch blickt man etwas tiefer, zeigt sich oft, dass eine eher „klassische“ Methode die besten Ergebnisse liefert: die Präsentation von Produkten auf einer Fachmesse. Fachbesucher persönlich zu treffen und ihnen zu ermöglichen, ein Produkt zu sehen, anzufassen, in die Hand zu nehmen und selbst zu beurteilen, ist nach wie vor eine der wirkungsvollsten Arten, echte Aufmerksamkeit zu erzeugen und die eigene Markengeschichte so zu erzählen, wie sie gedacht ist.

Genau darauf basiert die IWA OutdoorClassics. Und da nicht jedes Unternehmen über das Budget für einen großen Messestand und ein hunderte Köpfe starkes Team verfügt, bietet die Messe mit der Newcomer Area Start-ups, jungen Unternehmen und Marken, die erstmals in den Schießsportmarkt einsteigen, eine ideale Plattform. Die Erfolgsgeschichten aus diesem besonderen Messebereich sprechen für sich: ein kleiner Hotspot voller Innovation, Begeisterung und Möglichkeiten – ein Bereich, den man auf der IWA nicht verpassen sollte.

 

Der richtige Start

Als Start-up mit Fokus auf die Jagd- und Schießsportbranche ist es fast fahrlässig, die IWA OutdoorClassics nicht als Plattform für den Markteintritt in Betracht zu ziehen. Das slowakische Unternehmen Archnes war sich sicher, dass die offizielle Präsentation seiner hochwertigen Design-Waffenschränke genau hier stattfinden musste – nach fast zwei Jahren Forschung und Entwicklung. 

Das Team von Archnes steht neben einem seiner maßgefertigten Waffenschränke auf der IWA OutdoorClassics
Archnes investierte zwei Jahre in Forschung und Entwicklung, bevor das Unternehmen mit seiner Produktpalette auf der IWA ausstellte.

„Hier auf der Messe sind wir zum ersten Mal mit unserem Produkt am Markt – das ist sehr aufregend“, sagt Adam Kasanicky, CEO von Archnes. 
„Wir haben die IWA als besten Ort für unseren Launch identifiziert, und bisher sind die Besucher sehr beeindruckt von unserem Produkt. Wir sind äußerst zufrieden mit dem Besucherandrang an unserem Stand in der Newcomer Area.

Wir wollten einen sicheren und zertifizierten Waffenschrank entwickeln, der gleichzeitig wie ein hochwertiges Möbelstück aussieht. So etwas gab es aus unserer Sicht nicht auf dem Markt, also haben wir es selbst umgesetzt. Unser Elite-Schrank, den wir hier zeigen, besitzt ein patentangemeldetes Design: Er wirkt wie ein normales Möbelstück, verfügt jedoch auf der Rückseite über einen europäisch zertifizierten Waffenschrank, der per Fernbedienung geöffnet wird.“

Dieses Konzept ist zwar schnell erklärt, doch es live zu sehen, anzufassen und die Qualität sowie das Design unmittelbar zu erleben, ist nur auf einer Messe möglich. 

Produkte, die man erleben muss

Ein weiteres Unternehmen, dessen Produkt stark davon profitiert, live erlebt zu werden, ist Battle Gnome Solutions. Das slowenische Unternehmen begann 2014 mit der Herstellung einzigartig designter Kydex-Holster – ursprünglich nur für den Eigenbedarf zweier schießsportbegeisterter Brüder. 

Ab 2018 setzte Battle Gnome auf CNC-Fertigung, um die wachsende Nachfrage nach präzise gefertigten Holstern zu bedienen, die sicheren Halt und gleichzeitig schnellen Zugriff ermöglichen. Der nächste logische Schritt war die Teilnahme an der IWA OutdoorClassics.

„Unsere Erwartungen wurden hier auf der IWA bei Weitem übertroffen“, erklärt Nejc Kozamernik. 
„Unser Stand fällt etwas auf, weil wir besondere Produkte zeigen, etwa Luger-Holster, Desert-Trigger-Halter oder MP5-Holster.

Aktuell konzentrieren wir uns ausschließlich auf den B2B-Vertrieb, daher ist diese Messe ideal für uns – sowohl marketingseitig als auch für neue Kontakte. Wir sind eines der wenigen Unternehmen in Europa, die solche Produkte herstellen, und das komplett in-house. Darauf sind wir sehr stolz. Wenn Besucher das erfahren, sind sie beeindruckt. Unser Ziel ist es, weiter in Europa und weltweit zu wachsen.“ 

Zwei Mitglieder des Teams von Battle Gnome Solutions halten ihre Kydex-Waffenholster in den Händen
Battle Gnome Solutions setzte auf auffällige Produktlinien, um auf der Messe hervorzustechen.

Eine Marke aufbauen

Ein Start-up zu sein ist alles andere als einfach – und definitiv nichts für schwache Nerven. Sichtbarkeit schaffen, stabile Vertriebsstrukturen aufbauen und Nachfrage bei Endkunden erzeugen, ist ein steiniger Weg. Doch auf diesem Weg gibt es kleine, aber wichtige Erfolge – und in der Jagd- und Schießsportbranche gehört dazu vor allem direktes Feedback von Fachbesuchern auf der IWA. 

Das Team von MFT hält mehrere Edelstahl-Schalldämpfer auf der IWA OutdoorClassics in den Händen
Der vierjährige Weg von MFT als Start-up erreichte mit dem Auftritt auf der IWA in diesem Jahr einen wichtigen Meilenstein.

„Die IWA war für uns ein wichtiger Schritt auf unserem unternehmerischen Weg“, erklärt Tomaz Lileg vom innovativen slowenischen Schalldämpferhersteller MFT Suppressors. MFT steht für Multi Flow Technology: Die Edelstahl-Schalldämpfer besitzen zwei Kerne, die sich für unterschiedliche Gasströme und Kompressionsstufen anpassen lassen.

„Im ersten Jahr eines Start-ups geht es ums Überleben. Im zweiten Jahr versucht man, voranzukommen. Im dritten Jahr merkt man, dass etwas ins Rollen gerät. Wir sind jetzt im vierten Jahr – und die Menschen nehmen unsere Produkte zunehmend wahr, besonders hier auf der Messe.“ 

Aufheizender Markt

Manche Unternehmen stellen nicht gleich zu Beginn ihrer Reise auf der IWA aus. Einige haben bereits in anderen Branchen Erfolge gefeiert und nutzen die Messe gezielt als Eintrittstor in die Jagd- und Schießsportwelt. Ein gutes Beispiel dafür ist heat it.

Das in Karlsruhe ansässige Unternehmen entwickelt ein extrem kompaktes medizinisches Gerät zur Behandlung von Insektenstichen mit Wärme, betrieben über das Smartphone. Weltweit wurden bereits über eine Million Geräte verkauft – allerdings bisher ohne gezielte Ansprache der Jagdbranche. 

„Wir sind auf der IWA, weil die Messe ein internationales Publikum hat und wir bereits angrenzende Märkte wie Camping und Angeln bedienen“, erklärt Joep van den Heuvel, International Sales and Business Development Manager bei heat it.

„Die Menschen lieben unser Produkt, weil es so klein und einfach mitzunehmen ist. Es wird per App gesteuert und nutzt die Energie des Smartphones. Es handelt sich um ein zertifiziertes Medizinprodukt, das Juckreiz und Schwellungen durch thermische Behandlung reduziert.

Wir sehen einen klaren Bedarf bei Jägern und hatten bereits viele interessante Gespräche mit neuen Handelspartnern. Außerdem können wir das Gerät mit individuellen Logos produzieren – auch das hat großes Interesse geweckt. Für uns war die IWA eine sehr positive Erfahrung.“ 

Das Team von heat it präsentiert sein Produkt auf der IWA OutdoorClassics
Die deutsche Marke heat it führte in der Newcomer Area viele interessante Gespräche.

Die Rückkehr der Newcomer

Der erste Messeauftritt auf der IWA ist für viele Unternehmen emotional und aufregend. Doch nach der Messe, wenn Kontakte nachverfolgt und erste Geschäfte fixiert werden, wird oft klar: Das sollte kein einmaliges Ereignis bleiben.

Genau diese Erkenntnis hatte Original Löwe, als das Unternehmen 2025 Teil der Newcomer Area war. Nach einem erfolgreichen Debüt kehrte der deutsche Schneidwerkzeug-Spezialist 2026 mit einem eigenen Stand in den Haupthallen zurück. 

Zwei Mitglieder des Original‑Löwe‑Teams posieren an ihrem Stand auf der IWA mit Holzschneidwerkzeuge
Nach einem erfolgreichen Debüt in der Newcomer Area 2025 zog Original Löwe 2026 in die Haupthallen der IWA.

„Die Newcomer Area war großartig, aber der Platz in der Haupthalle ist noch besser“, erklärt Lucas Voss. 
„Wir hatten viele spannende Gespräche mit Kunden aus Großbritannien, den USA und Italien – obwohl wir dieses Jahr gar nicht viele Neuheiten zeigen.

Unsere Jagdscheren und Werkzeuge haben sich in der Branche großes Vertrauen erarbeitet. Es ist perfekt, den Menschen zu zeigen, wie gut sie schneiden – und sie es selbst ausprobieren zu lassen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserem Stand und unseren Kunden.“

Dieses Muster dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Beweis? In den Messegängen trafen wir Zweibrüder, gerade erst Newcomer-Aussteller. Geschäftsführer Tobias Schleder war auf dem Weg, bereits einen Stand für 2027 zu buchen. 

„Die Messe war fantastisch – sehr anstrengend, weil wir extrem viel zu tun hatten“, sagte er. „Das Feedback zu unseren Produkten war deutlich besser als erwartet. Wir sind wirklich sehr zufrieden.“

Sind Sie ein Start-up oder ein Unternehmen, das in den Jagd- und Schießsportmarkt einsteigen möchte? Dann sollten Sie die IWA Newcomer Area 2027 in Betracht ziehen – eine kosteneffiziente und wirkungsvolle Möglichkeit, diese dynamische Branche kennenzulernen. 

Das Team von Zweibrüder steht an seinem Messestand auf der IWA und präsentiert Stirnlampen
Zweibrüder hatte eine so erfolgreiche Messe, dass das Unternehmen den Stand für 2027 bereits vor Ende der IWA 2026 gebucht hat.

Autor

David Guest
David Guest
IWA OutdoorClassics